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Frühstart als Programm

Ein großer Name steht an seinem Klingelschild. Oertel!!! Oertel? – Sämtliche Neufünfländer schrecken bei der Erwähnung dieses Namens aus wirren Fieberträumen hoch. Aber Lars Oertel – und um keinen anderen Menschen soll es hier gehen – ist weder verwandt noch verschwägert mit dem berühmten Cottbusser Sportreporter gleichen Familienamens.

Am 24. August des Jahres 1981 in Greiz geboren, ist der junge Mann inzwischen zügig durch mehrere deutsche Lande getigert. Wahrscheinlich deshalb will man ihm ständig das Sternzeichen Löwe anhängen, obwohl seine Geburtszeit ihn astrologisch als eine sehr frühe Jungfrau ausweist. Überhaupt war Lars in seinem bisherigen Leben des Öfteren früh am Drücker. Getreu der Devise „Früh übt sich, was ein Meister werden will..." verließ er bei erstbester Gelegenheit die Schule und nutzte die neuen erstaunlichen Möglichkeiten, welche ihm die freie Marktwirtschaft bot. Bereits mit 17 Jahren war Lars Oertel einer der jüngeren Thüringer Networker – und vom (diesmal keinesfalls regelwidrigen) Frühstart weg enorm erfolgreich. Glaubt man nun traditioneller deutscher Schlagerlyrik, fängt mit 17 das Leben erst an, hat man mit 17 noch Träume.

Lars will dem nicht völlig widersprechen – aber Träume hat er heute, mit 24, immer noch. „Klar, ich fahre mein Wunschauto und kann mir meinen Lebensunterhalt verdienen. Aber es gibt Wichtigeres..." Was könnte das wohl sein? Oder anders gefragt: Was könnte das NOCH sein? – Lars muss da nicht lang überlegen. Er ist ein technisch interessierter Mensch, sagt von sich selbst, er sei zwar in der technischen Welt zu Hause, betrachte sich jedoch nicht als Naturtalent. Er war und blieb ein Kind des heraufdämmernden PC-Zeitalters, hat vieles mitgemacht und gelernt, was die neuen Technologien ermöglichten. Lars Oertel bekommt glühende Wangen, wenn er über diese Zeit – seine Lehrzeit in der innovativsten aller Branchen – spricht. Mit klassischen Ausbildungsmethoden hatten seine Lehrjahre (zum Glück?) nicht viel gemein. Vielleicht gerade deshalb wurde Lars Oertel ein leidenschaftlicher Programmierer, ein Mann der Praxis und der Tat.

Zuvor – gegen Ende der 90er Jahre - hatte er sich noch in anderen, technikfremden Branchen versucht. Doch endlich, ab 2003, fand er den Weg in die IT-Branche, die inzwischen weltweit mehr denn je boomte. Hier fand Lars Oertel seine berufliche Heimat. Mit dieser Branche sei er groß geworden, sagt er doppeldeutig und meint damit vielleicht nicht nur sein Erwachsenwerden. Die letzten drei Jahre brachten dem nunmehr in Hamburg wohnenden Thüringer noch einmal einen enormen Wissens- und Leistungsschub. Er arbeitete in der Telekommunikationsbranche, entwickelte Software und war im Jahr 2004 Mitbegründer des (leider) zweiten deutschen VoIP- Unternehmens, das sich am Markt etablieren konnte. Inzwischen im hohen Norden – sprich: in Hamburg -sesshaft geworden, formuliert der gebürtige Greizer seinen beruflichen Anspruch folgendermaßen: „Ziel muss sein, immer neue Produkte für den Kunden zu schaffen.

Dazu gilt es, alle Erfahrungen sowohl aus dem ITK-Bereich als auch den klassischen Branchen zu nutzen!" Seit 2004 ist er an der stetige Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien, Verbindung verschiedener Kommunikations-& Informationsdienste & -medien (Voip, Mail, Web, Fax, SMS …) beteiligt. Es geht also gleichermaßen um Produkte für die New & Old Economy, um Ideenfindung zur Informationsverbreitung wie auch Informationsbeschaffung – und das ohne Umwege und unabhängig von Ort und Zeit.

Die Informationsgesellschaft – das ist mehr als nur ein Schlagwort für Lars Oertel. Und er ist noch lang nicht satt, träumt inzwischen manchmal auch vom Entscheiden und Bestimmen. – Oder doch besser vom MITentscheiden, vom MITbestimmen. „Nein, ich bin nicht der klassische Alleingänger. Ich teile gern, auch die Entscheidungsgewalt. Sicher bin ich nicht der richtige Mann für einen Chefsessel. Aber in einem Leitungsteam wäre ich schon gern dabei." An diesem Punkt wird sogar der fidele Lars Oertel plötzlich sachlich.

Und auch wenn die Rede auf private Lebenspläne kommt, bleibt der 24-jährige Wahl-Hamburger betont ruhig: „Noch fühle ich mich zu jung, um eine Familie zu gründen. In meinem Leben gibt’s berufsbedingt manche Belastung - die darf man nicht jedem aufdrängen." Lars Oertel ist ein verbindlicher und verbindender Mensch. Er weiß: Verbindung ist alles. Und unsere Zeit lebt nun mal davon, die verschiedenen Kommunikationsmedien und Informationsdienste miteinander zu vernetzen. Lars Oertel will an diesem Netz mitweben und -wirken. „Mitwirken" - das ist genau der richtige Ausdruck.

 

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